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Floating PV gleich um die Ecke

Schon vor zwei Jahren berichteten wir von der Einweihung der damals (wie wohl auch noch heute?) in Deutschland größten Floating PV Anlage (FPV) auf dem Philippsee in Bad Schönborn. Mit 15 MWp könnte sie etwa 4000 Haushalte mit dem nötigen Strom beliefern. Nun lesen wir, dass eine Fraunhofer-Studie ein Potenzial in Deutschland berechnet hat, dass bei OSt-West-Ausrichtung je nach Belegung zwischen dem 166 bis 3000 fachen entspricht.

Zu lesen ist das hier. »Unter diesen Bedingungen kommen wir auf ein wirtschaftlich-praktisch erschließbares Floating-PV-Potenzial für Deutschland von 1,8 Gigawatt Peak für PV-Installationen mit einer Südausrichtung beziehungsweise einem Potenzial von 2,5 Gigawatt Peak, wenn die Floating-PV-Anlagen eine Ost-West-Ausrichtung hätten«, erklärt Dr. Karolina Baltins, Leiterin des Themenfelds Schwimmende Photovoltaik am Fraunhofer ISE. »Das rein technische Potenzial aller künstlicher Seen ab ein Hektar Mindestgröße ist mit mindestens 14 Gigawatt Peak bei einer 15-prozentigen Gewässerabdeckung sowie 20 Meter Randstreifen sogar noch deutlich größer und wären 35 Prozent Abdeckung erlaubt, stiege das technische Potenzial auf bis zu 45 Gigawatt Peak.«.

In Deutschland gibt es 6.043 künstliche Seen mit einer Größe von mindestens einem Hektar, die gemeinsam eine Fläche von über 90.000 Hektar bilden. Die meisten von ihnen liegen in Sachsen und Baden-Württemberg, bei etwa 70 Prozent handelt es sich um Kiesgruben, daneben untersuchte die Studie Stauseen, Rückhaltebecken, Talsperren und Bergbauseen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht einen Ausbau der installierten Solarleistung in Deutschland bis 2030 auf 215 Gigawatt-Peak (GWp) und bis 2040 auf 400 GWp vor. Ende 2024 waren es nur knapp 100 GWp. Für eine solch deutliche Kapazitätserweiterung werden Flächen benötigt. Die Dächer von Gebäuden reichen dafür nicht, also sind auch bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen gefragt. Manchen Feldern und dem dort angebauten Getreide und Gemüse würde in Zeiten dieser Hitzesommer ein bisschen Schatten nicht schaden. Ob das allein ausreicht, um den Flächenbedarf zu decken, ist allerdings fraglich. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) empfiehlt solche integrierten PV-Lösungen – und hat dabei auch sogenannte Floating Photovoltaik (FPV), also schwimmende PV-Anlagen im Blick. Sie nutzen künstliche Gewässer doppelt, indem sie einerseits Strom zum Beispiel für die dortigen Kiesabbau-Betriebe erzeugen und andererseits das Gewässer selbst vor Erhitzung und Verdunstung schützen.

Weitere, deutlich kleinere Anlagen schwimmen beispielsweise in Haltern am See, Leimersheim oder Renchen-Maiwald auf Baggerseen. Spitzenreiter bei schwimmenden PV-Anlagen in Europa sind übrigens die Niederlande mit einer Leistung von mehr als 600 MWp.

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