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„Smart Home oder armselige Anpassung an deutsche Energieknappheit“ – das ist hier die Frage..

Ist es wirklich smart oder clever („gschickt“, wie der Badener sagen würde), sich zum Knecht seiner Waschmaschine zu machen, indem man minutiös den eigenen Stromproduktionsterminen folgt, statt die Maschine dann laufen zu lassen, wenn es dem Lebensrhythmus dient? Diese Umkehrung des Rollenverhältnisses von Mensch und unterstützender Maschine ist kein Fortschritt, sondern eine fragwürdige Konsequenz deutscher Energiepolitik.

Die grüne Vision des Smart Homes preist das Verhalten von Haushalten, die ihren Energieverbrauch an die fluktuierende Stromproduktion anpassen, als Tugend, nicht als Zwang. Doch wer seine Waschmaschine nur dann einschaltet, wenn die PV-Anlage gerade Überschuss produziert, unterwirft seinen Alltag der Energieknappheit. Das ist keine Intelligenz, sondern eine seltsame Form der Selbstbeschränkung, die in keinem anderen Industrieland derart zelebriert wird.

Diese Dichotomie entlarvt den moralischen Zeigefinger jener Politik, die Andersdenkende als nicht smart diffamiert. Aus liberal- volkswirtschaftlicher Perspektive ist dies keine Debatte über Intelligenz, sondern über knappe Ressourcen und verfehlte Prioritäten. Die Haltung, Energieverbrauch pauschal als unmoralisch zu framen, ignoriert ökonomische Realität: Wohlstand entsteht durch Produktivität, und Produktivität benötigt Energie. Den moralischen Zeigefinger zu heben ist hier realitätsfern.

Diese Absurdität ist kein Naturgesetz, sondern politisch gewollt: Deutschland hat die höchsten Strompreise der G20-Staaten (35,6 Cent/kWh), während China 6,7 Cent und die USA 18,3 Cent zahlen. Statt das Angebot zu erhöhen und Preise zu senken, wird der Verbraucher zum flexiblen Lastmanager umfunktioniert. Die Maschine sollte dem Menschen dienen – nicht umgekehrt.

Energieintensive Sektoren wie Produktion und KI-Rechenzentren wandern dorthin ab, wo Strom günstig und verfügbar ist. Wer hier künstliche Verknappung betreibt und gleichzeitig KI-Führerschaft anstrebt, widerspricht sich selbst.

Für den Privathaushalt, der nicht abwandern kann oder will, bieten moderne Batteriespeicher – immerhin – einen alternativen Ansatz. Damit lässt sich tagsüber produzierter Solarstrom speichern und abends nutzen – die Waschmaschine läuft dann, wenn der Mensch es will, nicht wenn die Sonne scheint. Smart-Home-Energiemanagementsysteme (HEMS) vernetzen PV-Anlage, Speicher und Verbraucher automatisiert. Diese Systeme optimieren den Eigenverbrauch, ohne den Menschen zum unbedingten Sklaven der Produktionstermine zu machen. Immerhin ein (!) Ausweg aus selbstverschuldeterKnechtschaft. Wenn auch mehr Trampelpfad als Königsweg.

Der Volkswirtschaftler würde fragen: Warum wird Knappheit zur Tugend verklärt, statt Überfluss als Ziel zu setzen? Smart ist nicht, wer sich der Energieverfügbarkeit unterwirft – sondern wer in einem System lebt, in dem Energie reichlich und günstig ist, sodass Waschmaschinen dann laufen, wenn Menschen es wollen. Diese Verhältnis umzukehren ist pervers. Man könnte es aber auch „Fortschritt“ benennen.

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