Für neue Photovoltaikanlagen bis 25 Kilowatt soll ab Januar 2027 gelten: Überschussstrom wird entweder zu schwankenden Börsenstrompreisen vermarktet oder darf nicht mehr in das Netz eingespeist werden. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) sieht die Direktvermarktung und Nulleinspeisung künftig als Regelfall.
Das ruft natürlich selbst ernannte Warner auf den Plan: der Ausbau privater Photovoltaikanlagen käme zum Erliegen, Arbeitsplätze der Solarbranche stünden erneut (!) auf dem Spiel, Verlust der garantierten (von wem eigentlich?) Einspeisevergütung, längere Amortisationsdauer der Anlagen von 15 auf 24 Jahre, Stromgestehungskosten verdreifachten sich auf auf 31 Cent pro Kilowattstunde usw. .
Kurz und dem Pressetext einschlägiger Websites entnommen: „Fatale Auswirkungen“ und ein „Energiepolitisches Desaster“!
„Fatal“, „Desaster“: Aus wirtschaftsliberaler Perspektive ist das EEG 2027 kein Fortschritt, sondern die Fortsetzung eines gescheiterten Modells staatlicher Marktintervention. Die Kritik der Solarlobby an der „Ausbremsung“ privater PV-Anlagen verkennt das Grundproblem: Der deutsche Solarmarkt wurde über zwei Jahrzehnte politisch überfördert, verzerrt und von marktwirtschaftlichen Signalen entkoppelt.
Die garantierte 20-Jahres-Einspeisevergütung war nie eine „Förderung“, sondern eine massive Umverteilung von Stromverbrauchern zu Anlagenbetreibern – finanziert über die EEG-Umlage, die bis zu ihrer Abschaffung 2023 über 300 Milliarden Euro an Subventionen kanalisierte. Diese künstliche Renditegarantie lockte Investoren an, die nicht auf Effizienz, sondern auf politische Bestandssicherheit setzten. Der Markt wurde zum Subventionsempfänger degradiert.
Dass nun die Vergütung für Kleinanlagen entfällt und Direktvermarktung gefordert wird, ist kein „Desaster“, sondern ein notwendiger Schritt zurück zur Marktlogik. Wenn Solarstrom wirklich wettbewerbsfähig ist – wie die Branche seit Jahren behauptet –, braucht es keine staatliche Preisgarantie mehr. Die Gestehungskosten für PV-Strom liegen bei 5 bis 8 Cent/kWh, weit unter dem Börsenstrompreis. Wer eine Anlage baut, sollte seinen Strom selbst verbrauchen oder frei am Markt verkaufen – und nicht auf Kosten Dritter subventioniert werden.
Die Forderung nach Beibehaltung der Einspeisevergütung offenbart ein Mentalitätsproblem: Statt Eigenverantwortung und unternehmerisches Risiko wird weiter auf den Staat als Renditegarant gesetzt. Eine liberale Energiepolitik würde das EEG abschaffen, alle Subventionen streichen und den Strommarkt vollständig liberalisieren. Netzentgelte sollten kostendeckend, aber diskriminierungsfrei sein; Einspeisung und Bezug zu Marktpreisen erfolgen.
Wer Solarstrom will, investiert aus Überzeugung – nicht wegen staatlicher Zuschüsse. Der Markt entscheidet, welche Technologien bestehen. Alles andere ist Planwirtschaft im grünen Gewand. Was dauerhaft dann wirklich ein „fatales Desaster“ darstellen würde..