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„Einweggrill-, Ponyreit- und Sandburgenverbot“ – vom Ende der Mündigkeit des Souverän

Der „Musterhitzeschutzplan für den Breitensport“ mit derEmpfehlung, bei Sportfesten den Grill im Keller und den Kronkorken auf dem Bier zu lassen oder das gemäß § 11 der ChemBiozidDV verpflichtende Abgabegespräch beim Onlinekauf von Mückenspray mit Ratschlägen wie den, dass man das Spray nicht gegen sich selbst, nicht gegen seinen Hund und auch nicht auf sein Mittagessen sprühen sollte, sind Legende. 

Deutsche Regierungen stehen bei weiten Teilen der Bevölkerung in dem Ruf, eine Heilslehre durchzusetzen, die zuerst als autoritäre Besserwisserei daherkommt und anschliessend vor allem als Irrtum in Erinnerung bleibt.
Oder, übersetzt auf unser Sujet: Das Wärmepumpengesetznach EEG im GmodG mit einigem Goodwill „modifiziert“, das Verbrenner- Aus der EU aufgeweicht. Vielleicht auch irgendwann einmal Hamburgs Plan, die Klimaneutralität von 2045 um ganze 5 Jahre (!) auf 2040 vorzuziehen. Für 750 Milliarden Euro.

Beispiele gibt es zuhauf, wie „der Staat“ uns moralische Einwandfreiheit vorleben möchte. Dass angesichts dieser selbst geschaffenen Aufgabenvielfalt die Konsumquote des Staates ebenso wie die Steuereinnahmen Rekordhöhen erreicht und trotzdem permanent „kein Geld da“ ist, wird hier als gemeinhin bekannt vorausgesetzt.

Doch woher kommt dieser Drang zur Bevormundung? InDeutschland kein Zufall, sondern historisch tief verwurzelt: Bereits im preußischen Obrigkeitsstaat des 18. und 19. Jahrhunderts etablierte sich das Prinzip des „guten Hausvaters“, der für seine Untertanen zu sorgen habe – ein Paternalismus, der Mündigkeit durch Gehorsam ersetzte. Friedrich der Große als „erster Diener des Staates“ war wohlmeinend, doch sein Staat entschied, was gut für das Volk sei.

Diese Tradition setzte sich im deutschen Idealismus fort. Hegels Staatsphilosophie sah im Staat die Verkörperung des „objektiven Geistes“ – eine Instanz, die höheres Wissen besitze als das Individuum. Der Bürger habe sich in diese vernünftige Ordnung einzufügen. Diese Staatsvergötterung kulminierte im 20. Jahrhundert in totalitären Systemen, die den Einzelnen vollständig dem Kollektiv unterordneten.

Nach 1945 reagierte das Grundgesetz mit der Betonung der Menschenwürde und Freiheitsrechte, doch die paternalistische Grundhaltung überdauerte im Sozialstaat. Eine Ethik der Vorsorge, die staatliches Eingreifen zum Schutz zukünftiger Generationen legitimierte –Grundlage für heutige Klimabevormundung.

Der Staat behandelt Bürger nicht als mündige Akteure, sondern als Kinder, die geführt werden müssen. Kant forderte in „Was ist Aufklärung?“ 1784 genau das Gegenteil: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Mündigkeit bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen – auch fehlerhafte – und dafür Verantwortung zu übernehmen.

Der moderne Bevormundungsstaat entmündigt den Souverän, indem er moralische Überlegenheit beansprucht. Wärmepumpengebot, Verbrenner-Aus und vorgezogene Klimaziele sind keine rationalen Politiken, sondern Ausdruck eines missionarischen Staates, der weiß, was „richtig“ ist. Die Anerkennung des Souverän hingegen vertraut auf die dezentrale Intelligenz freier Individuen, nicht auf zentralistische Planung – so fehleranfällig sie auch sein mag.

Und, es gilt wie immer: „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann kann ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn merke: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen!“ (Johannes Conrad).

Dies gilt auch für die Bereitschaft des Souverän bei der „Rettung des Klimas“ oder gar „der Welt“.

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