Die umstrittene Aussage „Kaufen Sie doch ein E-Auto!“ stammt von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Er äußerte diesen Ratschlag im Bundestag als Reaktion auf stark gestiegene Spritpreise und die Frage, ob in dieser Folge die CO₂- Besteuerung zeitweise ausgesetzt werden könnte.
Der Vorschlag, bei hohen Benzinpreisen einfach auf ein Elektroauto umzusteigen, stieß in den Medien, sozialen Netzwerken sowie in politischen Debatten auf heftige Kritik. Er wurde vielfach als realitätsfern oder als moderne Variante des Zitats „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie Kuchen essen“ (fälschlicherweise der französischen Königin Marie- Antoinette zugeschrieben), bezeichnet.
Laut ADAC betrug der Steuer- und Abgabenanteil zum Zeitpunkt des Entstehen des Beitrags bei den Spritpreisen im Schnitt rund 57 Prozent bei Benzin und rund 47 Prozent bei Diesel (hier holt man sich in Form höherer KFZ- Steuer seinen Anteil..).
Die Kraftstoffpreise sind im europäischen Ausland oft niedriger als in Deutschland, vor allem aufgrund deutlich geringerer Steuern und Abgaben. Viele Nachbarländer haben außerdem keine vergleichbar hohen spezifischen Umweltaufschläge wie den CO₂- Preis.
Einige EU-Länder begrenzen die Kraftstoffpreise aktiv durch Dekrete oder Deckelungen. Deutschland behilft sich mit dem Tankrabatt. Also der Idee, man gewähre (!) mehr oder weniger großzügig einen Preisnachlass auf den regulären Listenpreis einer Ware oder Dienstleistung.
Ein Akt regierungspolitischer Gnade und des Mitgefühls – quasi Brosamen für den Bürger, der mit seinem Auto zur Arbeit fahren muss.
Etymologisch betrachtet stammt das Wort Rabatt aus dem 17. Jahrhundert und leitet sich über das französische „rabattre“ („niederschlagen“, „abziehen“) vom italienischen „rabbattere“ (von „re“ und „battere“, schlagen) ab.
Mit etwas Phantasie könnte man es also als das „Niederschlagen“ von Bürgerwut an der Tankstelle betrachten, die man in Zeiten von irgendwelchen Wahlen (und wann gibt es die in Deutschland nicht?) – zu seinen Gunsten nutzen möchte.
Über das Wort „Abziehen“ in seinen unterschiedlichen Bedeutungen denkt man besser mal nicht nach..
In der Betriebswirtschaftslehre werden Rabatte in der Kalkulation ermittelt. Diese unterliegt unter anderem dem Wettbewerb.
Beim Kraftstoff setzt der Staat seinen Steuer- und Abgabenzuschlag auf den Preis quasi als Monopolist, von dem man dann dem Bürger großherzig Abschläge gewährt. Der „Tankrabatt“ ist in Summe nichts anderes als ein „Nachlass“, der in Folge vom Bürger in Form von Kredittilgung über das Steueraufkommen wieder bezahlt wird. „Betreutes Rabattieren“ also.
Kann man machen. Man möge dann aber nicht allzu verwundert sein, wenn das Spiel durchschaut und angemessen reagiert wird. Sonst ähnelt man als Politiker in seiner „ehrlich betroffenen Reaktion“ auf Volkes Stimme doch zu stark ignoranten Edelfrauen, die bereits im Jahrhundert der Reformation in eingangs beschriebener Weise agierten – und ihr Stand im Laufe der Geschichte dafür zur Rechenschaft gezogen wurde. Dies gilt es natürlich in der Jetztzeit zum Schutze der Demokratie zwingend zu vermeiden!