Vereins-Story

Die erste Aktion des Vereins war 1999 die Installation einer solar betriebenen Strassenlaterne. Ohne LED Technik jedoch war diese wenig strassentauglich. Auch verursachten wir ungläubige Reaktionen, als wir im Jahr 2000 in Waghäusel unsere Fotovoltaik- und Solarthermie-Aufsteller auf verschiedenen Infoveranstaltungen (verkaufsoffener Sonntag, Handwerkerausstellung,…) präsentierten. Es war spürbar, dass man uns belächelte und man traute dieser nachhaltigen Energie nicht zu, dass sie ein wichtiger Teil der Stromversorgung werden könnte. Langsam tasteten sich noch mehr Mutige an diese Technik zum Erzeugen von regenerativem Strom und Wärme heran und fassten Vertrauen. Auf unserer Homepage findet man Informationen und Verweise zu den „Erneuerbaren“ sowie Hintergrundinformation. Auch die Vereinsgeschichte ist dort (www.solar-verein.de) zu finden. Bislang haben Frank Burkard (jetzt Bürgermeister von Kronau), Christoph Sälzler und Klaus-Peter Urban den Verein geführt. Seit unserer Gründung im November 1998 glaubten und glauben wir an die Notwendigkeit unserem Planeten die menschengemachten Klimagas-Emissionen zu ersparen. Wir wissen nun, dass wir dieses Ziel innerhalb der nächsten 10 Jahre weitestgehend erreichen müssen. Das ist eine große gemeinsame Kraftanstrengung. Unser größtes Projekt bisher war die selbst geplante und 2005 aufgebaute vereinseigene 13 kWp Fotovoltaik-Anlage (13000 Watt bei guter Sonneneinstrahlung) auf dem Dach einer Waghäuseler Sporthalle. Sie läuft seit 14 Jahren zuverlässig. Heute ist das alles anerkannter Stand der Technik. Strom kommt in Deutschland derzeit zu über 40% aus Wind, Sonne, Biomasse und anderen nachhaltigen Quellen. Bürger und Industrie haben verstanden, dass sich „EE“ Anlagen aus der kostenlosen Sonnen- und Windenergie energetisch und finanziell in einer überschaubaren Zeit amortisieren. Und es gibt auch keine anderen nachhaltigen Quellen, als eben diese. Weitere Themen haben uns beschäftigt. Unser Solar-Verein organisierte und veranstaltete mit anderen Gleichgesinnten 2010 den Tag der Elektromobilität in Waghäusel. Wir haben 2011 eine „Stromwechselparty“ ausgerichtet und mehrmals Wind- und Bioenergieanlagen besichtigt. Regelmäßig beteiligt sich der Verein an der Gemarkungsputzaktion sowie am Ferienprogramm unserer Stadt, um auch den Funken der Begeisterung auf unseren Nachwuchs überspringen zu lassen. Auf einer anderen von uns gestalteten Internetseite (www.enkel-pv.de) haben wir 2017 die für alle Seiten vorteilhafte Installation einer Fotovoltaikanlage beschrieben. Gerade heute bei Null-Zinsen werden dadurch vor allem die Enkel profitieren – und natürlich auch die Umwelt. Auf einigen Gewerbeausstellungen haben wir für regenerative Energie geworben und haben unsere Gemeinde bei der Solar-Bundesliga angemeldet. Wir haben festgestellt, dass Waghäusel in den „Nuller-Jahren“ einen der vorderen Plätze im Bundesvergleich belegte. Auch nach der Feier zu unserem 20-jährigen Bestehen unseres Vereins geht es mehr denn je um unsere Bürger und um die Klimakatastrophe. Schon 1,5 Grad globale Temperaturerhöhung sind eine Bedrohung für viele, aber der Eindruck einer abgewürgten Energiewende in unserem Land drängt sich auf. Es ist jetzt bereits 1 Grad wärmer und künftig werden wir unter anderem über Hitzeschutz und Aufforstung mit klima-resistenten Bäumen und vieles mehr nachdenken müssen. Wir arbeiten daran, wie wir mit den wenigen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen unsere Waghäuseler Bürger auch weiterhin mit ehrlichem Wissen versorgen können, damit die Bereitschaft für eigene Beiträge zum Energie-Wandel bestehen bleiben. Es geht nicht mehr um die kostendeckende Vergütung – dieses Vereinsziel ist seit mehr als 10 Jahren längst erreicht. Viele unserer Mitglieder und viele Waghäuseler Bürger haben bereits Fotovoltaikanlagen und Solarthermieanlagen auf ihren Dächern. Zu unserem 30-jährigen Bestehen müssen wir die Energiewende geschafft haben – sonst hinterlassen wir unseren Mit- und Nach-Menschen eine deutlich weniger lebenswerte Umwelt. Deswegen bieten wir auch weiterhin für die Öffentlichkeit Aktiventreffs an. Die Aufgaben werden größer. Energiespeicher, große Wind- und PV-Anlagen sind jetzt von Nöten. Alle Standorte – auch die mit weniger Ertrag – müssen genutzt werden, damit wir zur Vollversorgung im Strom-, Wärme- und Mobilitätsbereich zu 100% auf die Erneuerbaren umstellen. Dazu gehört natürlich auch ein Strukturwandel. Angebot zum Dialog mit und zur Wissensweitergabe an die Bevölkerung werden jedoch tendenziell immer weniger genutzt. Derzeit überlegen wir, wie wir verhindern können, dass mit Schlagworten und Halb-Informationen Stimmung gegen diesen notwendigen Wandel gemacht wird – die Bevölkerung muss bei dem Weg zur Energiewende mitgenommen werden. Dabei wird es einige unangenehme Wahrheiten geben, die wir ansprechen müssen: Wir können es uns einfach nicht leisten weiter Energie in diesem Maße zu nutzen. Weltweit benötigten wir derzeit schon eine halbe Erde mehr, um unsere Bedarfe auf derzeitigem Niveau zu halten. Deutschland benötigt nach dieser Rechnung drei Erden. Es gibt aber nur den Planeten A und keinen Plan B. In der Eremitage in Waghäusel haben wir die Idee zu einem Bürgerforum „Energie-Wandel“ mit den drei www – Wende Wandel Waghäusel geboren. Wir arbeiten daran und freuen uns auch weiter auf gute Zusammenarbeit mit der Waghäuseler Bevölkerung.

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